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Der Gothaer Staatsminister Sylvius v.Frankenberg(1728–1815)

Zu Ruthard von Frankenbergs Beitrag im neuerschienenen Buch„Die ‚Gute Schmiede‘“, aufgelegt von der Baugesellschaft Gotha mbHMan sollte, man muss der Baugesellschaft der Stadt Gotha dankbar sein für die Idee, Gestaltung und Herausgabe ihres so sympathisch daher kommenden Büchleins „Die ‚Gute Schmiede‘“ über das ehemalige „Landhaus derer von Frankenberg“, das später von Gustav Freytag erworben und bewohnt wurde.

So ist für die Gothaer aus demnun aufwendig renovierten, klassisch schönen, ästhetisch ansprechenden Gebäude in der Weimarer Straße 145 im früheren Dörfchen Siebleben vor den Toren der Stadt, längst das „Gustav Freytag Haus“ geworden.

Inhaltlich beschäftigt sich der aufwendig und ansprechend gestaltete Band zum einenmitder Geschichte des Erwerbs und der Totalrenovierungbzw. -sanierungdes Gebäudes aus dem 18. Jahrhundert, das1712 auf dem Gelände der früherenSchmiede eines herrschaftlichen Guteserrichtet worden war.Zum andern mit den beiden Protagonisten, demGothaer Staatsminister Sylvius von Frankenberg-Ludwigsdorf(1728–1815) unddemzu seiner Zeit so bedeutendenSchriftsteller Gustav Freytag(1816–1895). Sie beide habendem Gebäude ihren markanten und bleibenden Stempel aufgedrückt.

Knut Kreuch, derOberbürgermeister von Gotha und studierteHistoriker, überschreibt seinen einleitenden Beitrag (Deutsche) „Zukunft braucht Bilder aus der deutschen Vergangenheit“. Und so springt es einen heutigen Frankenberg förmlich an, dass einer aus der alten, uradligen Sippe der Frankenbergs, eben dieser Sylvius von Frankenberg,im 18./19. Jahrhundert für genau 50 Jahre die Regierungsgeschäfte des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg im Herzen Deutschlands, Mitteldeutschlands, ja im Herzen Europas,mit viel Umsicht für die Bürgergestaltet und bestimmt hat.

Nicht von ungefähr weiß die Überlieferung, dass Napoleon I., der damalige Beherrscher, ja Usurpator Europas und auch Deutschlands, bei einem Aufenthalt in Gotha, einem der vielen kleinen Herzogtümer in Mitteldeutschland, geäußert hat: „Die Regierungist in Siebleben“, womit er den behaglichen Landsitz des „Premierministers“ von Frankenberg und seiner geistvollen Ehefrau Friederike, geb. von Rüxleben meinte.

Mit bekannter und gewohnter Genauigkeit und Leidenschaft hat sich Ruthardvon Frankenberg ,der Hobby-Historiker und Genealoge unseres Familienverbands, daran gemacht, dem gemeinsamen Vorfahren ein gebührendes Denkmal zu setzen, was ihm vortrefflich gelungen ist. Wir sollten ihm dafür dankbar sein.

Der umfangreiche Beitrag mit den Kapiteln zuSylvius‘ Herkunft, Person und politischem Wirken und zu seinenpersönlichen Beziehungen zu Goethe und –über seine Lady Frifry genannte Frau–zu Herder ist in vieler Hinsicht aufschlussreich und beeindruckend. Eigentlich müsste er jedem eine Verpflichtung sein, sich selbst mit den Fakten und auch den persönlichen Vergangenheiten unserer Vorfahren bis in die neueste Zeit hineinzu beschäftigen und sie ggf. kritisch zu hinterfragen.

Die Vergangenheit der eigenen Familie unreflektiert hinter sich zu lassen –insbesondere im Kontext dessen, was in der NS-Zeit zwischen 1933 und 1945 in unser aller Vaterland an Unsäglichem geschehen ist, erscheint mir als eine folgenreiche Unterlassung – wie Autofahren ohne Rückspiegel.

Mit seiner objektiven und gleichermaßen einfühlsamen Recherche zu unserem Vorfahren Sylvius hat uns der Autor erneut ein gutes Beispiel und Vorbild geliefert, wie wir Frankenbergs uns mit unserer Familie auseinandersetzen könnten. Dazu bedarf es einer entsprechenden inneren Einstellung und persönlicher Bereitschaft.
 
Für mich selbst stellt dieser Beitrag in der „Guten Schmiede“ eine versöhnliche Abrundung meiner kriegsbedingt problematischen Erinnerungen an Gotha dar, meiner Lieblingsstadt in Thüringen im Herzen Deutschlands. Hans-Heydan von Frankenberg und Ludwigsdorff

 

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